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Presse
27.02.2011, 10:40 Uhr | Übersicht | Drucken
Bergbaugemeinde Rüdersdorf

„Der 30-jährige Krieg verschonte das Dorf (Rüdersdorf) nicht. Es waren noch 3 Kössäten, 4 Freileute, 2 Bergarbeiter und 1 Bergschreiber genannt. Die Besiedlung schritt aber voran. Es wurden kleine Bauernstellen geschaffen. Planmäßig erfolgte dann die friederizianische Kolonisation. Die Bergarbeiterkolonie Hortwinkel wurde angelegt. Nunmehr wurde Rüdersdorf zum Bauern- und Bergarbeiterdorf.“ (Auszug aus einer alten Chronik)


 

Die Gemeinde Rüdersdorf bei Berlin mit ihren Ortsteile Hennickendorf, Herzfelde und Lichtenow blickt auf eine Jahrhunderte alte gemeinsame Geschichte als Bergbaustandort zurück, welche für alle gleichermaßen auf das Kloster Zinna und die Zisterzienser zurückzuführen ist. Während in den Ortsteilen vor allem der Tonabbau und die anschließende Weiterverarbeitung zu Ziegeln im Mittelpunkt stand, wird in Rüdersdorf seit über 755 Jahren Kalkstein abgebaut. Seit fast 500 Jahren wird vor Ort Brantkalk und seit 125 Jahren auch Zement hergestellt. Auch wenn weltweit viele Bergbaustandorte existieren, die auf eine stolze Tradition zurückblicken, gibt es nur wenige, die seit 755 Jahren fast kontinuierlich bis heute und darüber hinaus ein und dieselbe Lagerstätte betreiben, von den wissenschaftlichen Erkenntnissen und technischen Entwicklungen ganz zu schweigen.
 
Dieser Tradition sollte mehr Geltung und Aufmerksamkeit verschafft werden. Indem die Gemeinde Rüdersdorf bei Berlin den Beinamen "Bergbaugemeinde" aufnimmt, könnte sowohl gegenüber der eigenen Bevölkerung als auch gegenüber Gästen und Besuchern unmittelbar zum Ausdruck gebracht werden, welche Tradition, aber auch Gegenwart und Zukunft, unsere Gemeinde repräsentiert. Unser Bürgermeister André Schaller spricht schon heute bei vielen Gelegenheiten von der "Bergbaugemeinde Rüdersdorf".
 
Die CDU-Fraktion hat die Idee des Bergbauvereins Rüdersdorf aufgegriffen und den Antrag auf Führen des Beinamens "Bergbaugemeinde" gestellt. Wir freuen uns sehr, dass es hierzu schon jetzt parteiübergreifende Zustimmung gibt. Wir sind der Meinung, dass wir mehr denn je für unseren Ort mit unseren Pfründen wuchern müssen. Denn nicht zuletzt sind und waren diese Industrien nicht nur für die Rüdersdorfer, sondern für die gesamte Region, wichtige Arbeitgeber.
 
Um dies weiter zu sichern, hat die Gemeindevertretung in ihrer Sitzung im Juni vergangenen Jahres den Flächennutzungsplan für die Gemeinde beschlossen und darin auch die Bereiche festgelegt, die in Zukunft für die wirtschaftliche Entwicklung vorgehalten werden. Um dies im Bereich der Gewerbe- und Industrieflächen an der Berliner Straße näher zu präzisieren, haben wir nun die Aufstellung eines Bebauungsplans für das Gewerbegebiet Berliner Straße (Jugendwerkhof) beschlossen. Dadurch soll eine verbindliche Klärung der Entwicklung in diesem Bereich gewährleistet werden. Weil wir mehr für die Stärkung und Entwicklung unserer Großgemeinde vorhaben, ist es nötig, die dort bereits ansässigen Betriebe durch Aufstellung eines Bebauungsplanes in ihrem Bestand zu sichern und über den generellen Bestandsschutz hinaus Entwicklungsmöglichkeiten und langfristige Investitionssicherheit erhalten, um vorhandene Arbeitsplätze zu sichern.
 
Weiter werden hierdurch Rahmenbedingungen geschaffen, die eine uneingeschränkte gewerbliche oder industrielle Nutzung mit hohem Störpotenzial für die angrenzenden Nutzungen und den Naturraum langfristig vermeiden sollen. Im Vordergrund stehen die Sicherung der Produktionsanlagen des Betonwerkes Fehrbellin und Lösung der Immissionskonflikte durch Lärmschutzmaßnahmen.
 
Ein weiteres wichtiges Thema der nächsten Wochen ist das Planfeststellungsverfahren für den Mittelabschnitt der B1/5 -Umleitung in Herzfelde. Dazu wurden der Gemeindeverwaltung durch den Landesbetrieb jetzt die Planungsunterlagen übergeben und zu einer Stellungnahme aufgefordert. Wir freuen uns, dass wir Bürger in einer öffentlichen Versammlung mit dem Projekt bekannt gemacht werden sollen, um auch Vorschläge der Bürger zu berücksichtigen. Das betrifft besonders die Gestaltung der Querung Strausberger Straße und ein ausreichender Lärmschutz für die Anlieger.
 
Die CDU setzt sich mit aller Kraft gegen die Fällung der vier Eichen an der Verkehrsinsel (westlicher Ortseingang der B1/5) in Herzfelde ein. Wir arbeiten dabei parteiübergreifend mit allen Unterstützern (z.B. RUAK) zusammen und fordern die zuständigen Behörden (Umweltamt udgl.) auf, die Bäume nicht zu opfern, sondern nach alternativen Lösungen zu suchen.
 
Glück auf!
 
 


aktualisiert von CDU Ortsverband Rüdersdorf, 27.02.2011, 10:53 Uhr

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